Frauen sind in der deutschen Spitzengastronomie weiterhin die Ausnahme: Bundesweit liegt der Anteil von Sterneköchinnen bei Michelin-Auszeichnungen bei lediglich vier Prozent. Während das Gourmetfestival eat! Berlin in diesen Tagen die kulinarische Szene der Hauptstadt erneut in den Fokus rückt, zeigt sich strukturell eine Entwicklung: Laut der aktuellen Chefin:in Watch List 2026 arbeiten 21 der insgesamt 72 gelisteten Expertinnen in der Hauptstadt. Das ist rund jede dritte Nennung.
(Bild: Pexels/ Shvets Anna )
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Sabine Wendt, Geschäftsführung visitBerlin: „Berlins Gastronomie ist vielfältig und längst weiblich geprägt. Damit setzt die deutsche Hauptstadt in der internationalen Food-Szene Maßstäbe und trägt dazu bei, dass Berlin für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt attraktiv bleibt.“
Die kuratierte Liste der Plattform für Spitzenköchinnen umfasst die fünf Kategorien Köchinnen, Gastgeberinnen, Sommelièren, Barkeeperinnen und internationale Köchinnen und macht damit weibliche Expertise in der Gastronomie sichtbar.
In der Kategorie Köchinnen sind bundesweit 27 Namen gelistet, darunter zehn Berliner Küchenchefinnen. Beispielhaft stehen Julia Leitner, sie kocht im Berliner CODA, ausgezeichnet mit zwei Michelin-Sternen, und Sarah Hallmann, deren Restaurant hallmann & klee einen Michelin-Stern trägt, für Berlins Aufstieg weiblicher Küchenhandschriften in der Spitzengastronomie. Die Berliner Vertreterinnen der Liste prägen Restaurants mit Michelin-Auszeichnungen ebenso wie innovative Konzepte zwischen Fine Dining, Casual und Nachhaltigkeit und tragen damit zu einem veränderten Bild der deutschen Spitzengastronomie nachhaltig bei.
Die Entwicklung ist auch für den Berlin-Tourismus relevant: Laut visitBerlins Gästestudie, dem Qualitätsmonitor, gehört ein Restaurantbesuch zu den beliebtesten Aktivitäten während einer Berlinreise. Kulinarik zählt außerdem zu den Entscheidungsgründen für eine Reise nach Berlin.