Next Generation

Von der Begeisterung für Events – Young Professionals im Porträt

Sie organisieren Stadtfeste oder Produktlaunches, leben in Katar oder arbeiten im Büro zu Hause, gestalten Verbandsarbeit und Kunden- events. Sie alle eint die Leidenschaft für Live-Kommunikation. Vier junge Menschen zeigen, wie vielfältig Karrierewege in der Veranstaltungsbranche 2025 aussehen können – und warum sie in die Welt der Events eingestiegen sind.

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Die Arbeitswelt ist im Umbruch – und mit ihr die Anforderungen, die junge Menschen an ihre Karriere stellen. Viele Branchen kämpfen mit Nachwuchsmangel. Und auch im Eventbereich macht sich im Boom von Live-Veranstaltungen der Bedarf an motivierten Nachwuchskräften bemerkbar. Junge Talente entdecken in diesem Umfeld die Eventbranche für sich – mit klaren Vorstellungen davon, wie sie arbeiten wollen und welchen Beitrag sie leisten möchten.

Generation Z fordert mehr.

Die Generation Z hat dabei eine völlig neue Haltung zur Arbeitswelt. Studien zeigen: Diese Generation fordert nicht nur faire Löhne und Jobsicherheit, sondern vor allem Sinn, Flexibilität und echte Entwicklungsmöglichkeiten. Klare Karrierepfade, wertschätzende Führung und eine gesunde Work-Life-Balance sind keine „Nice-to-haves“ mehr, sondern Grundvoraussetzungen. Laut einer Umfrage unter 1.000 berufstätigen Gen-Z‘lern von Resume.io erwarten ein Drittel der Gen-Z-Mitarbeitenden eine Vier-Tage-Woche als Standard, jeder Vierte hält erweiterte Sabbaticals für Reisen oder persönliche Entwicklung für selbstverständlich. Rund ein Fünftel nennt „Fun Rooms“ mit Freizeitangeboten als essenziell für ihr Arbeitsumfeld – mehr als jede andere Generation.

Das zeichnet vor Allem ein Bild: die Gen-Z sucht keine Jobs, sondern Lebensmodelle. Sie will nicht nur arbeiten, sondern gestalten, lernen, wachsen – und dabei gesund bleiben. Diversität, Feedbackkultur, mentale Gesundheit und moderne Technologie gehören genauso dazu, wie die Möglichkeit, Nebenprojekte zu verfolgen oder sich weiterzubilden.


Lara Büning

Hat ihr Studium vor vier Jahren abgeschlossen und ist inzwischen für FischerAppelt live marketing tätig.

(Bild: Lara Büning)

Wie lange bist du bereits in der Branche und welche Stationen hast du schon genommen? Wie bist du zu deinem Job mit Auslandseinsätzen gekommen – und was reizt dich daran besonders?

Mein Einstieg in die Eventbranche begann 2017 mit meinem Bachelorstudium Eventmanagement und -technik an der THM in Gießen. In dieser Zeit durfte ich durch verschiedene Praktika schon einige Facetten der Branche kennenlernen. 2021 habe ich dann als Junior Projektmanagerin in einer Eventagentur gestartet und berufsbegleitend meinen Master in Marketing und Kommunikation absolviert.

Dort hatte ich neben verschiedenen Projekten in Deutschland erstmals die Chance, Teil von Incentive-Reisen im Ausland zu sein. Mich hat daran sofort begeistert, Momente für die Gäste zu schaffen, welche ihnen noch lange in Erinnerung bleiben und gleichzeitig selbst etwas von der Welt zu sehen.

Letztes Jahr bin ich nach Köln zu der Agentur fischerAppelt, live marketing gewechselt, die ebenfalls sehr stark und erfolgreich international arbeitet und Standorte in verschiedenen Ländern hat. Seitdem durfte ich weitere spannende Projekte im Ausland unterstützen, zum Beispiel ein Launch Event in Kalifornien im Sommer dieses Jahres.

Danach entstand bei mir der Wunsch, noch intensiver in die Arbeitsweise und Kultur anderer Länder einzutauchen. Es reizt mich, Länder nicht nur für die Umsetzung zu bereisen, sondern vor Ort zu leben und wirklich zu verstehen, wie Planung, Umsetzung und Zusammenarbeit außerhalb Deutschlands funktionieren.

Aus diesem Grund habe ich von fischerAppelt, live marketing die Möglichkeit bekommen, für zwei Monate unsere Kolleginnen und Kollegen in Katar zu unterstützen und dort gemeinsam neue Projekte umzusetzen. Ich freue mich sehr darauf, dieses Land in den nächsten Wochen nicht nur als Tourist erleben zu dürfen, sondern viel näher am Alltag zu sein und tiefer in Kultur und Leben einzutauchen.

In welchen Ländern warst du bereits im Einsatz – und was war dein außergewöhnlichstes Projekt?

Ich durfte beruflich bereits nach Griechenland, Portugal, Marokko, Kroatien, Frankreich, in die USA und nun nach Katar reisen und Teil von ganz unterschiedlichen Projekten sein.

Mein außergewöhnlichstes Projekt auszuwählen, fällt mir sehr schwer, denn jedes Event war auf seine eigene Weise besonders. Es gab zum Beispiel Veranstaltungen während einer sternenklaren Nacht in der Wüste bei Marrakesch, Feiern am Strand von Mykonos oder eine beeindruckende Drohnenshow im Rahmen des Launch Events in Kalifornien.

Wirklich außergewöhnlich machen diese Momente jedoch die Menschen, mit denen ich sie teilen durfte. Kolleginnen und Kollegen aus der ganzen Welt, aus unterschiedlichsten Kulturen und mit ganz eigenen Erfahrungen, die in kürzester Zeit zu einem engen Team zusammenwachsen. Ich bin immer sehr dankbar, Teil eines solchen Teams zu sein, und nehme aus dieser Dynamik beruflich wie persönlich unglaublich viel mit.

Welche interkulturellen Herausforderungen hast du erlebt, und was hast du daraus für deine Arbeitsweise gelernt?

Bei der Arbeit mit Kunden und Dienstleistern im Ausland, merkt man sehr schnell, dass man die gewohnten Arbeitsweisen ablegen und sich auf das jeweilige Land einlassen muss.

So habe ich beispielsweise in Bezug auf Zeit und Planung sehr schnell gelernt, wie wichtig es ist, flexibel zu sein. Während in Deutschland Veranstaltungen oft mehrere Monate im Voraus sehr detailliert geplant werden, können sie in anderen Ländern teils innerhalb von nur wenigen Wochen organisiert werden. Zudem sind umfangreiche Änderungen sogar kurz vor der Umsetzung noch möglich.

Natürlich gibt es auch rechtliche Unterschiede und neue Prozesse, welche ich erst verstehen musste. Hinzu kommt der unterschiedliche Kommunikationsstil. In Deutschland werden offene Punkte oft direkt und ohne viele Worte dazwischen geklärt. In anderen Ländern spielt dagegen der persönliche Austausch eine viel größere Rolle, weshalb Smalltalk sehr wichtig ist, um eine gute Basis und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Dienstleistern zu schaffen. Außerdem habe ich auch gemerkt, dass jedes Land seine eigenen Prioritäten und Herangehensweisen hat. Das bedeutet, sich ein Stück weit von gewohnten Standards zu lösen und offen dafür zu sein, dass mehrere Wege zu einem guten Ergebnis führen können.

Alles in allem habe ich aus der internationalen Arbeit mitgenommen, mich auf das jeweilige Umfeld einzulassen, flexibel und spontan zu sein und neue Arbeitsweisen als Bereicherung zu betrachten.

Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus – zwischen Office, Reisen und Live-Events?

Während meines Projektes in Doha ist mein Alltag ein Mix aus all diesen Bereichen. Morgens geht es wie gewohnt ins Büro, wo wir im Team planen, uns abstimmen und gemeinsam an den Projekten arbeiten. In der Mittagspause testen wir gerne die lokale Küche. Nach Feierabend oder an den Wochenenden geht’s in die Wüste, an den Strand oder einkaufen in den Souqs und Malls. Solange das Projekt es zulässt, kann ich die Zeit hier also sehr gut nutzen, um nicht nur die Arbeit, sondern auch das Land besser kennenzulernen.

Welche Fähigkeiten sind für internationale Eventprojekte besonders wichtig und was würdest du anderen Young Professionals mit auf den Weg geben?

Die wichtigsten Fähigkeiten für internationale Eventprojekte sind aus meiner Sicht Flexibilität, Spontanität und die Freude daran, neue Menschen und ihre Arbeitsweisen kennenzulernen. Hinzu kommen Mut und Selbstvertrauen, um sich ins kalte Wasser zu begeben und neue Herausforderungen anzunehmen.

Gerade bei fischerAppelt, live marketing wird genau diese Haltung sehr gefördert – man bekommt die Freiheit, Verantwortung zu übernehmen, Neues auszuprobieren und dabei über sich hinauszuwachsen. Anderen Young Professionals würde ich deshalb mitgeben, offen für solche internationalen Erfahrungen zu sein, um neue Perspektiven zu gewinnen und Erinnerungen zu schaffen, die sie nie vergessen werden.


Die Job-pocalypse? KI als Bedrohung für Young Professionals

Gleichzeitig steht die Gen-Z vor einer beispiellosen Herausforderung: dem rasanten Vormarsch künstlicher Intelligenz. Eine branchenübergreifende Umfrage der British Standards Institution unter 850 Führungskräften in acht Ländern – darunter auch Deutschland – zeichnet ein alarmierendes Bild: 41 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, dass KI ihnen bereits ermöglicht, Stellen abzubauen. Fast ein Drittel (31 Prozent) prüft erst KI- Lösungen, bevor überhaupt eine Neueinstellung in Betracht gezogen wird – Tendenz stark steigend. Besonders betroffen: Entry-Level-Positionen. 39 Prozent der befragten Unternehmen haben diese Einstiegsjobs bereits reduziert oder gestrichen, weil KI-Tools Recherche, Administration und Briefing- Aufgaben übernehmen.

Für junge Menschen bedeutet das: Der klassische Karriereweg – von der Assistenz zur Fachkraft – droht zu verschwinden. Die Frage lautet nicht mehr nur „Wie finde ich einen guten Job?“, sondern „Welche Jobs wird es überhaupt noch geben?“

Live-Kommunikation als Gegenpol zur Automatisierung

Genau hier bietet die Live-Kommunikationsbranche eine faszinierende Alternative. Events sind menschenzentriert: Sie leben von Emotionen, spontaner Kreativität, zwischenmenschlicher Interaktion und der Fähigkeit, im Moment zu improvisieren und zu gestalten. Während KI Daten analysieren, Texte schreiben und Prozesse optimieren kann, bleibt die Magie eines Live-Moments für sie (noch) unerreichbar. Die Begeisterung eines Publikums, die Atmosphäre einer Veranstaltung, das Zusammenspiel von Technik, Inszenierung und menschlicher Begegnung – all das lässt sich nicht einfach automatisieren.

Gleichzeitig kann die Eventbranche viele Erwartungen der Gen-Z erfüllen: Sie bietet Abwechslung statt Routine, Projektarbeit statt starrer Strukturen, kreative Freiräume statt monotoner Aufgaben. Sie verbindet Technologie mit Handwerk, strategisches Denken mit emotionaler Intelligenz. Und sie ermöglicht es, Sinn zu stiften – ob bei einem Stadtfest, das Gemeinschaft schafft, bei einem internationalen Launch-Event oder durch die Gestaltung von Branchennetzwerken.

Vier Perspektiven, eine Botschaft

Die Welt der Events kann grade deshalb mit einer zukunftsfähigen Perspektive locken. Wir haben mit vier Young Professionals darüber gesprochen, was sie begeistert. Justus, Annalena-Sophie, Lara und Charleen sind grade erst in die Ausbildung eingestiegen oder haben ihr Studium vor Kurzem beendet. Sie erzählen, was ihnen am Job Spaß macht, und zeigen, wie vielfältig die Branche ist. Sie suchen nicht den schnellen Erfolg, sondern Sinn, Vielfalt und echte Entwicklungsmöglichkeiten. Ihre Geschichten sind ein Signal: Die Live-Kommunikation ist lebendig, attraktiv und bereit für eine neue Generation von Gestalter:innen.


Annalena-Sophie Birke

Absolviert bei Fleet Events in Hamburg ihre Ausbildung im 1. Jahr.

(Bild: Annalena-Sophie Birke)

Wie bist du zur Ausbildung in der Eventagentur gekommen – war die Eventbranche schon immer dein Ziel oder eher eine Entdeckung?

Tatsächlich hatte ich mir nie vorstellen können, in der Eventbranche zu landen. Ich hatte mich am Anfang sehr auf Hotel- oder Immobilienkauffrau fokussiert, bis ich vor zwei Jahren ins Ausland gegangen bin. Ich habe viel in der Gastronomie gearbeitet und Einblicke bei Veranstaltungen erhalten. Es waren größtenteils nur Geburtstage oder Hochzeiten, aber die Verantwortung der Leitung des Events zu tragen, hat mir sehr gefallen. Somit habe ich mich, während ich noch im Ausland war, damit auseinandergesetzt einen Ausbildungsplatz im Bereich Veranstaltungskauffrau zu finden.

Was war bisher dein spannendster Moment in der Ausbildung – der Moment, in dem du dachtest: „Genau dafür mache ich das“?

Wenn nach monatiger Planung das Event vor der Tür steht und alles größtenteils reibungslos verläuft. Auch als ich das erste Mal bei einer Veranstaltung nicht als Teilnehmerin, sondern hinter den Kulissen stehen durfte.

Auf welches Projekt, an dem du mitgearbeitet hast, bist du besonders stolz? Was war deine Rolle?

Ich habe am 1. August 2025 meine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau bei der Fleet Events GmbH begonnen. Deshalb habe ich bisher leider noch keine größeren Projekte übernehmen können. Ein Projekt, welches nicht groß, aber dennoch essenziell für unsere Firma ist, ist die Führung der Mitreisenden Liste für Mitarbeiter und Kunden. Ich habe, nachdem der letzte Auszubildende gegangen ist, die Korrespondenz von Hotelbuchungen übernommen. Ich war am Anfang sehr nervös, weil ich mich mit einem derartigen Thema noch nie auseinandergesetzt habe, aber mit sehr viel Hilfe von meinem Team-Kollegen lerne ich jeden Tag etwas Neues und verbessere mich.

Welche Fähigkeiten hast du in der Ausbildung bisher gelernt, die du vorher nicht hattest – und welche würdest du als besonders wichtig bezeichnen?

Ich habe bereits viele Eindrücke von neuen Aufgabenfeldern erhalten. Darunter fallen Dinge wie Excel, E-Mails schreiben, Listen führen, sowie die Leitung einer Veranstaltung und Verantwortung zu übernehmen. Ich bin sowohl in den bereits genannten, aber auch in anderen Dingen noch kein Profi, aber ich versuche mein Bestes zu geben. Ich muss mehr lernen, mich selbst und meine Aufgaben zu sortieren und zu orientieren. Ich mache immer noch Fehler und versuche aus denen ebenfalls zu lernen.

Was würdest du anderen jungen Menschen raten, die überlegen, eine Ausbildung in der Eventbranche zu machen?

Überschätze dich nicht bzw. überstürze deine Aufgaben nicht. Versuche am Anfang die Basics bis ins Detail zu beherrschen, bevor du dich etwas Größerem widmest. Frage nach Hilfe, wenn du nicht weiterweißt. Biete deine Hilfe an, wenn du siehst, dass andere Mitarbeiter mehr auf dem Tisch haben. Dabei kann man auch sehr viele Fähigkeiten erlangen. Versuche in stressigen Situationen die Ruhe zu bewahren. Es ist leichter gesagt als getan. Mir fällt das ebenfalls noch sehr schwer. Aber es hilft weder dir noch deinem Team, wenn du die Fassung nicht behältst.


Justus Neiß

Absolviert eine Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann bei der Kreisstadt Dietzenbach im 1. Jahr.

(Bild: Justus Neiß)

Warum hast du dich für eine Ausbildung im öffentlichen Sektor entschieden und nicht für eine klassische Eventagentur?

JUSTUS NEISS Ich wollte am Anfang in einem Umfeld lernen, das nicht nur wirtschaftlich denkt, sondern auch kulturell und gesellschaftlich. Beim Capitol Dietzenbach habe ich die Möglichkeit, Veranstaltungen zu organisieren, die wirklich etwas für die Stadt und die Menschen bewirken. In einer klassischen Agentur steht oft der Kunde oder das Produkt im Mittelpunkt, bei uns dagegen das Publikum und der Mehrwert für die Gemeinschaft.

Mit welchen Vorurteilen wirst du konfrontiert und was ist die Realität?

Viele denken, Verwaltung sei verstaubt, langsam und bürokratisch. Die Realität ist aber eine andere – zumindest bei uns. Ich arbeite in einem kreativen Team, das ständig neue Ideen entwickelt und umsetzt. Natürlich gibt es Strukturen und Abläufe, aber gerade die helfen dabei, Events sauber und professionell auf die Beine zu stellen. Es ist also weniger „Aktenordner“, mehr „Kultur trifft Organisation“.

Was war bisher dein spannendster Moment in deiner Ausbildung?

Definitiv das End of Summer Electronic Festival. Die gesamte Planung, der Aufbau und schließlich die Veranstaltung selbst mitzuerleben – das war unglaublich. Zu sehen, wie viele einzelne Puzzleteile am Ende zusammenpassen und was für eine riesige Teamleistung dahintersteckt, hat mich total beeindruckt. Es war ein großes Projekt, bei dem ich wahnsinnig viel lernen konnte – sowohl organisatorisch als auch praktisch. Dieses Event hat mir nochmal deutlich gezeigt, wie viel Energie, Kreativität und Zusammenarbeit in so einer Veranstaltung stecken.

Wie unterscheidet sich die Organisation von Stadtfesten, Kulturevents etc. von kommerziellen Events?

Bei städtischen und kulturellen Veranstaltungen spielt der gesellschaftliche Nutzen eine viel größere Rolle. Man muss verschiedene Interessen vereinen – von Politik über Sponsoren bis hin zu Bürgerinnen und Bürgern. Der Fokus liegt nicht auf Umsatz, sondern auf Qualität, Vielfalt und Teilhabe. Gleichzeitig ist das Budget oft kleiner, wodurch Kreativität und Improvisationstalent gefragt sind. Das macht es aber auch besonders spannend.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit und Partizipation in deiner täglichen Arbeit?

Eine ziemlich Große. Wir achten bei Events darauf, regionale Dienstleister einzubinden, Müll zu vermeiden und nachhaltige Materialien zu nutzen. Gleichzeitig geht‘s aber auch um soziale Nachhaltigkeit – also Menschen einzubeziehen: Vereine, Jugendliche, Ehrenamtliche. Wenn sich viele aktiv beteiligen, entsteht automatisch ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. Das ist für mich genauso wichtig wie die ökologische Seite.

Was begeistert dich an der Event- branche?

Dass kein Tag wie der andere ist. Es ist eine Mischung aus Kreativität, Organisation und Adrenalin. Du entwickelst Konzepte, koordinierst Teams – und siehst am Ende direkt, was du geschaffen hast. Dieses unmittelbare Feedback und die Emotionen der Besucher sind einfach unvergleichlich.


Charleen Persicke

Ist im 2. Ausbildungsjahr zur Veranstaltungskauff rau bei fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft e. V.

(Bild: Oliver Wachenfeld)

Wie bist du auf die Idee gekommen, deine Ausbildung bei einem Verband zu machen und nicht in einer klassischen Eventagentur?

Die Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau bei der fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft e. V. ist für mich ein absoluter Glückstreffer. Schon früh stand für mich fest, dass dieser Beruf genau das Richtige für mich ist. Die Mischung aus Organisation, Kreativität und Kommunikation sowie die Abwechslung, die jeder Tag mit sich bringt, machen ihn für mich besonders spannend.

Als ich die Philosophie des fwd: las, habe ich mich sofort darin wiedergefunden. Sätze wie „[…] die Veranstaltungswirtschaft neu zu denken, zu gestalten […] Impulsgeber für positive Veränderungen und die Heimat für diejenigen, die die Branche aktiv vorantreiben wollen“ haben mich besonders angesprochen. Ich bin jemand, der gerne Verantwortung übernimmt, Dinge vorantreibt und Veränderungen mitgestaltet – Werte, die ich auch beim fwd: wiederfinde.

Mittlerweile bin ich im zweiten Ausbildungsjahr und habe bisher keine Erfahrungen gemacht, die im Widerspruch zu den Werten oder der Philosophie des Verbands stehen. Das zeigt mir, dass ich hier genau am richtigen Ort bin – in einem Umfeld, das Vertrauen schafft, die Branche stärkt und mich wachsen lässt.

Wusstest du vorher, was ein Verband eigentlich macht – oder hast du das erst in der Ausbildung richtig kennengelernt?

Ehrlich gesagt wusste ich anfangs nicht so genau, was ein Verband wirklich macht – und auch nicht, wie vielfältig und groß die Veranstaltungswirtschaft tatsächlich ist. Erst im Rahmen meiner Ausbildung habe ich wirklich verstanden, was ein Verband ist und dass viel mehr dahintersteckt, als man auf den ersten Blick vermutet. Bei meiner Bewerbung dachte ich, ein Verband sei vor allem politisch aktiv – und das stimmt zum Teil auch. Politische Arbeit spielt eine große Rolle. Mit der Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass noch so viel mehr dazugehört: gemeinsame Projekte, ein offener Austausch sowie ein starkes Netzwerk, die Möglichkeit, voneinander zu lernen und vieles mehr.

Für mich ist es beeindruckend zu sehen, was durch ein gemeinsames Ziel und das Engagement unterschiedlichster Menschen entsteht und was ein Verband wirklich ausmachen und bewirken kann.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus – und wie viel davon hat mit Events zu tun?

Einen typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Die vielfältigen Themen und Projekte bringen immer wieder neue Aufgaben, Herausforderungen und Begegnungen mit sich, sodass jeder Tag ein bisschen anders ist. Von Beginn an wurde ich vollständig in die Verbandsarbeit und das Team eingebunden. Das hat mir geholfen, einen ersten Eindruck von den vielfältigen Aufgaben und den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen meiner Kolleg:innen zu bekommen. Seitdem darf ich das Team bei der Umsetzung von Projekten, Webinaren und Veranstaltungen (bspw. we transform future oder BrandEx) unterstützen. Außerdem konnte ich bereits erste Erfahrungen in der eigenständigen Planung und Organisation unserer internen Teammeetings sammeln und dabei sehen, welche Verantwortung mit der Leitung eines Projekts verbunden ist. Schritt für Schritt lerne ich die Branche und die Menschen dahinter besser kennen.

Was war bisher die größte Herausforderung bei der Organisation eines Verbandsevents – und wie habt ihr sie gelöst?

Meine größte Herausforderung bisher war eindeutig die wtf25 – we transform future, eine Veranstaltung, die im Juli dieses Jahres in der Alten Werft in Bremen stattfand und ein echtes Gemeinschaftsprojekt war.

Von Anfang an war klar: Das wird keine gewöhnliche Veranstaltung. Als Teil der Arbeitsgruppe durfte ich bei der Vorbereitung und Umsetzung unterstützen. Besonders spannend – aber auch herausfordernd – war es, Verantwortung übernehmen zu dürfen und mich mit Themen wie der Pflege der Speaker- und Sponsorenkontakte, dem Vertragsmanagement und der Akkreditierung vertraut zu machen. Dabei habe ich schnell gemerkt, wie wichtig klare Strukturen, gute Absprachen und ein offenes Miteinander sind.

Der herausforderndste Aspekt lag weniger in den Aufgaben selbst, sondern im Zusammenspiel des Teams. wtf25 lebt von seiner Vielfalt – Professionals und Young Talents aus unterschiedlichen Unternehmen der Branche arbeiten gemeinsam, bringen Ideen, Erfahrungen und Zeitressourcen mit ein. Das ist unglaublich bereichernd, macht die Zusammenarbeit aber auch manchmal turbulent. Jeder hat ein anderes Tempo, eigene Ansätze und trotzdem wollten wir alle dasselbe: ein gelungenes Event auf die Beine stellen. Gerade diese Vielfalt, die unterschiedlichen Perspektiven und Dynamiken sind es, die das wtf prägen – sie machen es lebendig, einzigartig und jedes Jahr aufs Neue besonders.

Was besonders geholfen hat? Offene Kommunikation. In der Arbeitsgruppe konnten wir ehrlich über alles sprechen, Missverständnisse direkt klären und gemeinsam Lösungen finden. Wichtig für mich persönlich war auch die Unterstützung und der Rückhalt meiner Kolleg:innen vom fwd: – besonders in Situationen, die mich zunächst verunsichert haben. Am Ende habe ich vor allem eines gelernt: lieber einmal mehr nachfragen und auf Nummer sicher gehen, als etwas falsch zu verstehen. Gute Kommunikation stärkt das Vertrauen im Team und sorgt dafür, dass am Ende alles rund läuft!.

Wie ist das Gefühl, wenn du bei einer Veranstaltung siehst, wie sich Mitglieder vernetzen und austauschen – also der Verband wirklich „erlebbar“ wird?

Es ist schon ein ganz besonderes Gefühl zu sehen, wie sich Mitglieder und Interessierte bei einer Veranstaltung begegnen, miteinander ins Gespräch kommen, sich vernetzen und neue Ideen entstehen lassen. Zu wissen, dass ich ein Stück dazu beitragen durfte, macht mich stolz – vor allem, wenn Themen, die wir im Verband aufgreifen, einen produktiven Austausch anstoßen und etwas in Bewegung bringen. In solchen Momenten wird spürbar, dass die eigene Arbeit Wirkung zeigt – und wie schön es ist, Teil davon zu sein.

Wie stellst du dir deine Zukunft vor? Möchtest du im Verband bleiben oder zieht es dich irgendwann in andere Bereiche der Eventbranche?

Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch nach meiner Ausbildung Teil des Verbandes zu bleiben. Die Veranstaltungswirtschaft mit all ihren Facetten und die entsprechenden Themen, für die sich der fwd: einsetzt, liegen mir wirklich am Herzen. Sie spiegeln meine eigenen Werte wider und haben meinen Blick auf die Branche nachhaltig geprägt. Wenn ich nach Abschluss meiner Ausbildung die Möglichkeit bekomme, diese Themen gemeinsam mit dem fwd: weiter voranzubringen und aktiv mitzugestalten, wäre das für mich etwas sehr Sinnvolles und Erfüllendes – genau das, was ich mir für meine Zukunft wünsche.


 

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