Spezialisierung und Ganzheitlichkeit unter einem Dach

Eventura: Mehr als ein Ausstatter

Wer heute Veranstaltungen plant, braucht mehr als hübsche Möbel und ein paar Scheinwerfer. Gefragt sind Partner, die Infrastruktur, Ausstattung und Logistik nahtlos verbinden und denken wie ein System. Eventura zeigt, wie das gelingt.

(Bild: David Simon Fotografie & Video)

Die Ursprungsgeschichte von Eventura hat wenig mit Businessplänen oder Excel-Sheets zu tun, und viel mit Teenie-Partys und einer Familienfeier. Aufgewachsen in einem von IT und Elektrohandwerk geprägten Umfeld, bekam Eventura Gründer und Geschäftsführer Stephan Hermsen mit 13 die ersten Lichteffekte geschenkt, mit 15 war er Teil der Mobildisco „Flashback“. Technik, Licht und Musik – die Mischung ließ ihn nicht mehr los.

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Der entscheidende Moment kam auf der Silberhochzeit seiner Eltern. Im Garten entstand eine aufwendige Licht- und Toninstallation – Zelt, Tische, Stühle, Catering, Porzellan mussten von verschiedenen Dienstleistern organisiert werden. Der Eindruck blieb hängen: viel Aufwand, viele Schnittstellen, viel Koordination. Die Idee, „alles aus einer Hand“ anzubieten, war geboren.

Als Eventura einige Jahre später gegründet wurde, bestätigte der Markt diese Intuition. Ein Caterer, der bis heute Kunde ist, fragte erst nach Technik und gleich danach, ob Eventura nicht auch „ein paar Stehtische und Teller“ organisieren könne. Aus dem Technikdienstleister wurde Schritt für Schritt ein ganzheitlicher Ausstatter – und schließlich ein Unternehmensverbund für Event-Infrastruktur.

Gewachsen aus Projekten

Wer heute auf die Eventura-Gruppe schaut, sieht nicht ein Unternehmen, sondern vier klar profilierte Einheiten, die sich gegenseitig ergänzen.

Eventura: Non-Food-Catering und Eventausstattung – Mobiliar, Bodenbeläge, Tabletop, Küchengeräte. Gleichzeitig zentraler Ansprechpartner für das Gesamtportfolio, inklusive Online-Shop und Kundenbetreuung.

ETS (Eventura Technical Services): Fachmarke für Veranstaltungstechnik und Systemmessebau – von Licht, Ton und Stromverteilung bis zu temporären Messe- und Bühnenkonstruktionen. Technische Kompetenz plus gestalterischer Anspruch unter dem Dach der Eventura GmbH.

Procura GmbH: eigenständiges Unternehmen für mobile Infrastruktur – Heizen, Kühlen, Trinkwasser und Versorgungslösungen für temporäre Einsatzorte bei Events und in der Industrie.

Themenwelten wie die
Orient-Lounge helfen Kund:innen in Stimmung, statt in Einzelprodukten zu denken.
(Bild: David Simon Fotografie & Video)

Tentura: (Arbeitstitel und in Gründung): der Zelt- und Sonderbau, heute noch bei Eventura angesiedelt, soll perspektivisch als eigenständiges Unternehmen mit eigener Geschäftsführung etabliert werden.

Wichtig dabei: Diese Struktur wurde nicht am Schreibtisch entworfen, sie ist aus Projekten entstanden. Aus dem Technik-Background heraus kamen Non-Food-Catering und Möbel, weil Kund:innen danach fragten. Zelte folgten, weil Raum gebraucht wurde. Heizung, Kühlung, Wasser und Abwasser wurden Thema, weil diese Räume versorgt werden mussten – Procura entstand. Systemmessebau wiederum entwickelte sich, weil es immer öfter um Raumteilung, Zonierung und gestalterische Absetzungen ging, für die klassische Messebauer zu kleinteiligen Anforderungen sahen.

Die vier Kernfelder seien nicht Ergebnis eines Masterplans, resümiert Stephan Hermsen, sondern „gewachsen aus Problemen, die wir lösen konnten“. Die Gruppe bilde das ab, was der Markt ihnen zugespielt habe, mit klaren Marken und Zuständigkeiten.

Unternehmen im Unternehmen: Spezialisierung als Prinzip

Der vielleicht wichtigste Schritt in der Entwicklung: die Einsicht, dass komplexe Themen nicht zentral aus einer Chefposition heraus geführt werden können. Solange er selbst alle Bereiche verantwortet habe, sei es unmöglich gewesen, überall fachlich „State of the Art“ zu bleiben, erläutert Hermsen. Die Konsequenz war ein struktureller Schnitt. Jeder Fachbereich sollte eine eigene Identität und Führung bekommen, mit klaren Ressourcen und Verantwortlichkeiten – „wie ein Unternehmen im Unternehmen“, aber auf einem gemeinsamen Fundament.

Die vier Kernfelder von Eventura sind aus Projekten und Problemen, die gelöst werden konnten, gewachsen.
Die vier Kernfelder von Eventura sind aus Projekten und Problemen, die gelöst werden konnten, gewachsen.

So verfügt ETS heute über eigene Budgets, Fahrzeuge, Lagerflächen und Personalstrukturen. Die Procura GmbH wurde gemeinsam mit einem Partner aus dem Sanitär-, Heizungs- und Klimabereich gegründet und als eigenständige Gesellschaft verselbständigt. Der zukünftige Zelt-Ableger soll von einer eigenen Unternehmerpersönlichkeit geführt werden.

Gleichzeitig sitzen die Teams bewusst eng zusammen: Non-Food neben Veranstaltungstechnik, Infrastruktur neben Verwaltung. Alle arbeiten mit derselben Software, derselben Telefonanlage, gemeinsamer Datenbasis. Spezialisierung soll nicht zur Insel werden, sondern in den Alltag hineinwirken.

Für Hermsen war das auch persönlich ein Umbruch: vom „Allesentscheider“ zum Berater, der loslassen muss. Verantwortung abzugeben, Vertrauen in Fachbereichsleiter:innen zu entwickeln – genau das bezeichnet er rückblickend als größten Wachstumsschritt.

Ein Verbund, der sich auszahlt

Spannend wird die Struktur immer dann, wenn mehrere Fachbereiche gleichzeitig gefragt sind und es auf Zeitfenster, Koordination und Schlagkraft ankommt. Beim Parookaville Festival etwa übernimmt Eventura fast den kompletten Küchenbau: Zelte, Bodenbeläge, Beleuchtung, Klimatisierung, Wasser- und Abwasserversorgung. Was sonst fünf oder sechs Dienstleister übernehmen, kommt hier aus einer Hand – mit einer Projektleitung und intern abgestimmten Teams.

Auch bei der jährlichen Meisterbriefverleihung der Handwerkskammer Düsseldorf ist Eventura im Verbund im Einsatz. Im Kern ein technisches Großevent, braucht das Format zusätzlich Mobiliar, Raumlösungen und Sonderbereiche wie Eltern-/Kinderflächen oder Empfangszelte. Auch hier bekommt der Kunde ein Angebot, eine Projektleitung und eine Umsetzung, in der verschiedene Fachbereiche als ein Team auftreten.

Besonders sichtbar wurde die Struktur in Krisensituationen: Beim Einsatz im Ahrtal nach der Flutkatastrophe errichtete Eventura innerhalb von 48 Stunden Notunterkünfte und Küchen. Planung, Vorbereitung im Lager und Aufbau liefen parallel an – getragen von der Möglichkeit, Zelte, Infrastruktur, Mobiliar und Technik im eigenen Verbund zu organisieren. Ähnlich schnell entstanden während der Pandemie Testzentren, etwa für eine große Fluggesellschaft.

Im täglichen Projektgeschäft zeigt sich der Vorteil oft leiser, aber wirtschaftlich messbar: weniger Lkw-Fahrten, weniger Leerlauf, besser ausgelastete Teams. Ein:e Monteur:in kann im selben Projekt beim Rigging unterstützen, anschließend Teppich verlegen und später beim Möbelaufbau mithelfen. Statt drei externer Teams mit Mindestabnahmezeiten arbeitet ein eingespieltes Team mit variabler Aufgabenverteilung.


„Eventura bleibt in Bewegung. Viele unserer Innovationen sind klein im Detail, aber groß in ihrer Wirkung.“ Stephan Hermsen


Echte Schlagkraft entwickelt die Struktur von Eventura, wenn mehrere Fachbereiche gleichzeitig im Einsatz sind.
Echte Schlagkraft entwickelt die Struktur von Eventura, wenn mehrere Fachbereiche gleichzeitig im Einsatz sind. (Bild: David Simon Fotografie & Video)

Klare Rollen im Ökosystem

Spannend ist auch die Abgrenzung zu anderen Marktakteuren. Eventura betont klar: Die Gruppe versteht sich nicht als Eventagentur und will Agenturen auch nicht Konkurrenz machen. Im Bild von Hermsen sind Agenturen die Architekten, die Ideen und Dramaturgien entwickeln. Eventura übernimmt die Rolle des Generalbauunternehmens, das alle Gewerke der Ausstattung und Infrastruktur unter einem Dach zusammenführt – von Technik und Mobiliar über Boden, Zelte und Energieversorgung bis hin zu Wasser- und Klimasystemen.

Für Agenturen und professionelle Kund:innen bedeutet das: Sie behalten die kreative und strategische Hoheit, können aber auf eine Infrastruktur zurückgreifen, die in sich abgestimmt ist und kurzfristig reagieren kann – vom „Mikrofon in letzter Minute“ bis zur zusätzlichen Raumlösung. Eventura erbringt die Leistungen dabei im Kern mit eigenen Teams und eigenem Material. Zukäufe gibt es punktuell, etwa bei speziellen Artikeln oder Mindermengen, aber das Geschäftsmodell basiert darauf, Fachgebiete selbst aufzubauen, statt sie primär einzukaufen.

Stark im Verbund: Auftraggeber:innen können bei Eventura auf eine Infrastruktur zurückgreifen, die in sich abgestimmt ist und kurzfristig reagiert.
Stark im Verbund: Auftraggeber:innen können bei Eventura auf eine Infrastruktur zurückgreifen, die in sich abgestimmt ist und kurzfristig reagiert.
Stark im Verbund: Auftraggeber:innen können bei Eventura auf eine Infrastruktur zurückgreifen, die in sich abgestimmt ist und kurzfristig reagiert.

Effizienz trifft Atmosphäre

Mit Blick nach vorn arbeitet die Eventura-Gruppe an zwei Entwicklungen, die auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen.

Auf der einen Seite steht das Thema Standardisierung: fertig konfigurierte, eingepreiste Lösungen, die Kund:innen künftig einfach bestellen können – etwa komplette Konferenz-Settings mit Bestuhlung, Technik, Mobiliar und passender Dekoration. Plug-and-Play-Pakete, die Planungssicherheit geben und Prozesse beschleunigen.

Auf der anderen Seite entwickelt das Team kuratierte, stimmungsorientierte Konzepte für mehr Individualität und Atmosphäre. Seit einigen Jahren entstehen Themen- und Dekopakete, die über reine Funktionalität hinausgehen. Wer eine Orient-Lounge bucht, bekommt nicht nur Sitzmöbel, sondern passende Deko-Sets mit Windlichtern, Beistelltischen oder Öllämpchen – Details, die Atmosphäre schaffen. Die Idee dahinter: Kund:innen sollen weniger in Einzelartikeln denken, sondern in Stimmungen. „Wie soll es sich anfühlen?“, „Welche Emotion will ich auslösen?“ – darauf liefern Themenwelten Antworten, inklusive Vorschlägen für passende Produktkombinationen.

Der Spannungsbogen zwischen Standardisierung und Individualität ist kein Widerspruch, sondern Teil des Konzepts: schnelle, fertige Lösungen dort, wo Effizienz im Vordergrund steht – ausdrucksstarke, kuratierte Settings dort, wo Markeninszenierung und Erlebnis im Fokus sind.

Eventura zieht weiter an

Parallel dazu investiert die Gruppe in Infrastruktur, People und Prozesse. Das neue Logistikzentrum direkt neben dem Bestandsstandort schafft zusätzliche Kapazitäten und modernere Arbeitsplätze für Planung und Administration. „Wir haben massiv in neue Möbel- und Tabletopwelten investiert, um unseren Kunden ein noch breiteres und attraktiveres Sortiment bieten zu können“, ergänzt Stephan Hermsen. Dabei achte man auf eine Balance aus Design, Nachhaltigkeit und Preisbewusstsein – denn die wirtschaftliche Lage verlange nach Lösungen, die sowohl ästhetisch als auch bezahlbar sind.

Auf der Personalebene setzt Eventura stark auf Ausbildung und Integration. Die Ausbildungsquote ist so hoch wie nie, „Deutsch als Fremdsprache“-Kurse im Haus sollen internationale Kolleg:innen stärken. Kleine Innovationen im Detail – etwa ein spülmaschinenfestes Etikettensystem mit Produktbildern auf Kisten oder die digitale Bereitstellung von Prüfnachweisen und Bedienungsanleitungen – entlasten Logistik und Baustellenalltag.

Dazu kommen strategische Kooperationen, etwa mit der rentitnow Group an Standorten wie Berlin und Hannover, um Transportwege, Einkauf und Verfügbarkeit besser zu steuern. Und natürlich die Frage, welche Rolle Technologien wie KI künftig in Planung, Kommunikation und Gestaltung spielen können – eine Baustelle, an der intern bereits gearbeitet wird.

„Eventura bleibt in Bewegung. Wir investieren in Menschen, Systeme und Ideen – und wir hinterfragen uns selbst ständig. Viele unserer Innovationen sind klein im Detail, aber groß in ihrer Wirkung“, ist Hermsen überzeugt. Für Auftraggeber:innen wird deutlich: Infrastruktur ist längst nicht mehr nur Mittel zum Zweck, sondern ein zentraler Faktor für Planbarkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit. Dienstleister, die diese Ebene professionell denken, verschieben den Fokus vom „Wer liefert was?“ hin zu „Wer sorgt dafür, dass alles zusammen funktioniert?“


Trefft Eventura live

Entdeckt im Januar 2026 bei der boe in Dortmund und am 3. und 4. März auf den hauseigenen Business Days, wie bei Eventura Leistungsfähigkeit in der Praxis umgesetzt wird. Lasst euch inspirieren und profitiert von den persönlichen Austauschmöglichkeiten mit dem Team vor Ort.

(Bild: David Simon Fotografie & Video)

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