25 Jahre Ambion

Freundschaft als Grundlage zum Erfolg: Die Gründungsgeschichte von Ambion

25 Jahre eine Firma zu betreiben, ist eine lange Zeit. Länger noch verbindet die drei Geschäftsführer von Ambion aber ihre Freundschaft. Peter Breuer und Jesko Purmann trafen vor 30 Jahren in der Gesamtschule aufeinander, Christian Sommer kam auf dem weiterführenden Gymnasium dazu. Befreundet sind die Drei also seit 1988. Die erste Firma entstand aber zunächst eher zufällig …

Seit über 30 Jahren befreundet: Jesko, Christian und Peter (v.l.).
Nils Krüger
Seit über 30 Jahren befreundet: Jesko, Christian und Peter (v.l.).

Ende der Achtziger fand Jesko nach dem Brand in einer Diskothek im Kasseler Umland mit zwei weiteren Freunden in den Abfallcontainern einige verkohlte Scheinwerfer. Sie reparierten sie und verliehen sie hin und wieder. Von dem Geld kauften sie neue Lampen. 1990 kamen schließlich erste Kunden und Geschäfte, für deren Abwicklung Rechnungen notwendig wurden. So wurde ein Gewerbe angemeldet und die Firma X-Ray genannt. Zeitgleich dachten Peter und Jesko über große Lautsprecher nach und dass man sie selbst bauen könnte. Eine Beschallungsanlage schien dabei genauso interessant wie Licht, aber auch unerreichbar teuer.

Wie es der Zufall wollte, löste sich Jeskos damalige Band auf und so besaß Jesko plötzlich einen Verstärker und zwei Boxen. Peter und Christian erarbeiteten im Rahmen eines Ferienjobs so viel Geld, wie Jeskos Gesangsanlage wert war. Nun konnte jeder seinen Anteil in eine Beschallungsfirma einbringen, über deren Gründung man jetzt konkreter nachdachte. Christian hatte dazu klare Vorstellungen: Seine Bedingung war die Anschaffung von zwei Tascam DA30 DAT Playern. Sündhaft teuer, aus seiner Sicht aber ein Muss für das Gelingen des Unternehmens. 1991 meldeten die Drei ihre erste gemeinsame Firma, die heutige Ambion GmbH, unter dem Namen Ultraschall an.

Auf der Suche nach Know-how arbeiteten die Drei neben dem Studium als Helfer bei einer lokalen Hand-Crew. Diese Jobs hatten nichts mit den eigenen Geräten zu tun, aber als Helfer sah man, wie große Produktionen funktionieren. Geld, das verdient wurde, floss in neue Geräte. Der Wendepunkt kam 1993, als Christian begann, in Hamburg Medienbetriebstechnik zu studieren. Die erste Belastungsprobe der kleinen Firma und doch gleichzeitig die Chance, neue Kontakte zu knüpfen. Zeitgleich überlegten Kasseler Freunde einen Technoclub zu eröffnen. Sie hatten unendliche Ideen, aber es mangelte an Budget und so konnten sie keine Technik kaufen. Ultraschall bot sich als Technikpartner an und im Frühjahr 1994 öffnete der Club „Aufschwung Ost“. Im gleichen Jahr gab es einen Demotermin bei Lightpower, um Golden Scan 3 anzuschauen. Der Punkt war erreicht, an dem mehr investiert werden musste, als aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden konnte. So wurde der erste Kredit für den Kauf von Scannern aufgenommen.

Wer Erfolg sucht, muss investieren
1996 kam dann das Jahr der Entscheidung. Die Studienzeit von Christian neigte sich dem Ende zu und es stand die Frage der persönlichen und gemeinsamen Zukunft im Raum: Eine Anstellung suchen oder an die Selbstständigkeit glauben? Christian, Jesko und Peter wollten es versuchen. Zur Unterstützung im Büro wurde im Oktober 1996 die erste Mitarbeiterin eingestellt. 1998 folgten die erste Filiale in Hamburg, weitere Mitarbeiter und es gab den ersten Azubi. Aus der Ultraschall GbR wurde die Ultraschall OHG.

In Kassel gab es für Ultraschall nach wie vor nur wenige Jobs, aber die Aufträge in anderen Städten wurden größer und lukrativer. Große Events im Rahmen der Loveparade wurden betreut, Filmpremieren ausgestattet. Die Jupiterverleihung führte 2002 in die Räume des jetzigen bcc in Berlin, damals noch ein unsaniertes Objekt. Die technische Umsetzung beeindruckte die künftigen Betreiber und man kam ins Gespräch, das 2003 zum Grundstein für eine Berliner Dependance führte: Die Verhandlungen mit dem bcc verliefen erfolgreich. Mit außergewöhnlichen Ideen konnte man final überzeugen und erhielt den Exklusivvertrag. Im Zuge der Unternehmensentwicklungen entschied man sich für eine Umbenennung. Ultraschall hörte von diesem Zeitpunkt an auf den Namen Ambion.

2004 verkaufte die Firma Move in Frankfurt ihre Techniksparte und Ambion schlug zu. Die Filiale Frankfurt war geboren. Der Kundenkreis erweiterte sich. Kunden und ihre Anforderungen wuchsen und Ambion wuchs mit bzw. hatte mitzuwachsen. 2006 wurde der Platz auf dem Gewerbegelände der Ochshäuser Straße in Kassel für Ambion zu eng. Ein Gebäude in Kaufungen wurde erworben, umgebaut und Anfang 2008 bezogen. Berlin erhielt neben dem bcc zusätzlich ein separates Filialbüro in der Gipsstraße. Somit standen mittlerweile insgesamt 9.000 m2 Produktionsfläche zur Verfügung. Gleichzeitig wuchsen auch die Strukturen, und die Anzahl der Mitarbeiter stieg kontinuierlich. Die wirtschaftliche Ernüchterung kam 2009, als das Geschäft der Branche für einige Monate zusammenbrach. Sicherlich mit etwas Glück, v. a. aber durch ein unfassbar leistungsbereites Team konnte diese Episode gemeinsam unbeschadet durchlebt werden. Das Jahr brachte aber auch einen neuen Locationkunden: Das andel’s Hotel Berlin. 2012 kamen drei weitere neue Locations hinzu. In Berlin das Café Moskau und das Umspannwerk Alexanderplatz, in Kassel das Kongress Palais. 2014 dann die Ree Location in Hamburg. 2016 folgten die Axica und das dbb forum in Berlin sowie der Umzug in die Storkower Straße, den neuen Filialstandort, an welchem auf 5.500 m2 Grundfläche mehr – geschossig gebaut und die anstehenden Visionen verwirklicht werden sollen.

Kreativität und Erfahrung als Erfolgsgarant
Gestartet als Drei-Mann-Bude, hat das Unternehmen das geschafft, was heute nur noch wenigen gelingt: sich zu einem weltweit tätigen Player zu entwickeln. Kreativ, erfahren, im Detail und im Großen konzipiert, plant und produziert Ambion Technik für Events, Messen und Kongresse innerhalb der Gewerke Licht & Illumination, Beschallung, Video & Multimedia, Traversen & Statik sowie einfache und komplexe Sonderkonstruktionen. Wenn es für eine Eventidee die technische Lösung auf dem Markt nicht gibt, schafft Ambion neue nutzbare Technologien und Produkte, die den Namen Ambrain tragen. Um auch ungewöhnlichste Anforderungen umzusetzen, erweitert sich die eigene AmbrainProduktlinie kontinuierlich.

Viel wurde in den letzten 25 Jahren erreicht und noch immer sind tausende Ideen im Kopf, die mit einer großartigen, mittlerweile 160 Mann starken Crew umgesetzt werden wollen. Und die drei Chefs? Die sind glücklicherweise noch immer Freunde.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Das könnte Sie auch interessieren: