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Roadshow zur Sicherheit auf Events – nicht nur für Berufsschüler

Die Eventprofis von erpam und Allbuyone sowie Rechtsanwalt Thomas Waetke bringen Berufsschülern und Branchenkennern auf einer interaktiven Roadshow nahe, warum Eventsicherheit kein trockenes Thema sein muss.

Planspiel live
Harry Heckendorf
Planspiel live: die Betreiber in Rot, die Techniker in Grün , die Veranstalter in Blau

Ein kühler und feuchter Novembermorgen in der Dortmunder Innenstadt. Der Lärm des Berufsverkehrs dringt bis zu dem MietLKW, aus dem junge Männer mit grünen Warnwesten Absperrgitter abladen und zum Hintereingang des Fritz-Henßler-Hauses tragen, wo eine Menschentraube wartet. Das Haus ist seit Jahrzehnten bekannt für sein erstklassiges Kulturprogramm. Warteschlangen und Menschentrauben sind hier nichts Ungewöhnliches. Es scheint fast so, als ob Autogrammjäger hier auf ihre Chance warten. Wären da nicht diese Warnwesten, die alle Anwesenden in eine blaue und eine grüne Gruppe unterteilen.

„Wir hängen schon 15 Minuten.“ Die Wartenden horchen auf. Die Blauen werden aufmerksam und merken, dass sie den grünen Westen im Weg stehen, die ihre Absperrungen genau dort aufstellen wollen, wo sie sich bisher in ihren Smartphone-Displays verloren haben. Aus dem Gebäude kommt eine Gruppe Menschen – mit roten Westen. Die Szenerie wird lebhafter: Die Abstände zwischen Kommandos und eiligen Handgriffen werden immer kürzer. In Windeseile wird ein Abendkassen-Pavillon eingerichtet, ein Teppich verlegt und Eingangskontrollen errichtet. Plötzlich ruft ein Übungsleiter: „OK, danke! Hört bitte mal zu.“ Rasch wird klar, dass hier niemand auf jemand oder etwas wartet, sondern dass es sich hier um ein Planspiel handelt: Die Farben der Westen teilen Schüler des benachbarten Karl-Schiller-Berufskollegs in drei Gruppen. Angehende Veranstaltungskaufleute erproben den Ernstfall im Rahmen einer Roadshow, die von der Eberhard, Raith & Partner GmbH aus München in Kooperation mit dem Karl-Schiller-Berufskolleg durchgeführt wird. Dortmund ist nur eine Station auf der Tour durch das Bundesgebiet. Ein engagierter Lehrer war auf das Angebot der Münchner aufmerksam geworden, und lud die Roadshow ein.

„Trockene“ Themen per Planspiel erlebbar gemacht
Nachdem der Miet-LKW wieder beladen ist, folgt wohl trockener Frontalunterricht im warmen Klassenzimmer … Mitnichten! Dass die drei Referenten, die als Übungsleiter zu erkennen waren, lebhaften und anschaulichen Unterricht bieten würden, zeichnete sich schon während der Außenübung ab. Die Drei sind bewährte Kräfte der Eventbranche: Christian Raith ist seit Ende der 80er Jahre Versicherungsmakler speziell für die Bereiche Musik, Veranstaltungen und Film. Er engagierte sich u. a. für dringend benötigte branchenspezifische Versicherungslösungen, wie z. B. die FreiberuflerHaftpflicht, und leistete mit seinen Partnern mehrmals Pionierarbeit in der Versicherungslandschaft. Raith ist an diesem Tag Referent für das Gebiet der Versicherungen. Ein trockenes Terrain – nicht nur für Berufsschüler, sondern generell, selbst für viele Branchen-Profis.

Christian Raith, Thomas Waetke und Michael Sabokat
Harry Heckendorf
Die Referenten (v.l.): Christian Raith, Thomas Waetke und Michael Sabokat

Vermeintlich trocken gilt auch für den Bereich, über den Rechtsanwalt Thomas Waetke referiert. Auch er ist seit vielen Jahren tief in der Branche verwurzelt: Fachhochschuldozent, Mitglied im IHK-Prüfungsausschuss, seine beiden Lehrbücher erscheinen bereits in der vierten bzw. fünften Auflage. Die Themen Recht, Versicherung und Material seien an Berufsschulen nicht genügend vertreten und überdies bei Schülern nicht sonderlich beliebt, weiß der erfahrene Berater. Mit der Roadshow wolle man diese Themenbereiche spielerisch erarbeiten und praxisnah vermitteln – weil es eben wichtig sei, früh genug die Notwendigkeit zu verinnerlichen.

Das dritte Feld gehört Michael Sabokat, seines Zeichens Gründer und Geschäftsführer der Allbuyone GmbH, einem Eventausstatter, der alles pünktlich liefert, was Veranstalter online auf seiner Website bestellen: vom Absperrband, Molton, übers richtige Gaffer-Tape bis zur Warnweste. Auch hier stehen 20 Jahre Erfahrung im Raum: intensive Materialkunde, alles anschaulich vermittelt. Aufmerksames Staunen! Die Drei werfen sich verbal die Bälle zu und wissen auf jede Frage eine befriedigende Antwort. Dabei hat es der Parcours, der hier abgearbeitet wird, in sich: Es geht u. a. um Sonderleistungen aus moralischen Gründen, Gültigkeit von Brandschutz- Zertifikaten und um abweichende internationale Normen. Oder auch darum, wer sich um die Rückseite von Notausgängen kümmern sollte. Und dass es eine Pietätsversicherung gibt, wusste bisher auch keiner der Anwesenden. Aber wie wichtig sie sein kann, wissen nun alle.

Lerneffekt erzielt, Spaß gehabt
Das Konzept der Roadshow funktioniert beeindruckend. Für sich allein wären die Themen jeweils todlangweilig. Aufgelockert durch Praxisbeispiele – etwa zur Sättigung von bewegten Massen und Beispielen für Informationsverluste in der Menge, zum Sinn und Zweck von PSA (Persönlichen Schutzausrüstungen) – kommt es zur abschließenden Tageskritik: Schüler und Lehrer sind gleichermaßen beeindruckt, ja begeis – tert. „Nichts gegen Schule“, so eine Wortmeldung, „aber das hier, das war mal richtig sehr gut.“ Lautes Lachen und Applaus. „Aber hätten wir die Einlassübung vielleicht nicht besser jetzt machen sollen, nachdem wir das hier alles wissen?“ „Nein, denn dann wäre der Lerneffekt nicht so groß gewesen.“

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