Frauen in der Eventwirtschaft

Für mehr gedankliche Vielfalt: Carolin Nagel von eventuality im Interview

Werden Frauen in leitenden Positionen zum Thema “Frauen in der Eventbranche” befragt, sehen viele noch immer zahlreiche Benachteiligungen, denen Frauen im Berufsleben ausgesetzt sind. Viel mehr sehen jedoch Frauen in Führungspersonen als Bereicherung, da auf diese Weise die gedankliche Vielfalt und neue Perspektive eingebracht werden.

Carolin Nagel
Carolin Nagel, Geschäftsführerin von eventuality (Bild: eventuality)

Diese Ansicht vertritt beispielsweise Carolin Nagel, Agenturchefin von eventuality, die uns freundlicherweise für ein Interview zur Verfügung stand: 

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Der Frauenanteil in der Eventbranche ist vergleichsweise hoch – braucht es da noch eine Frauenquote?

Carolin Nagel: Grundsätzlich denke ich, dass gut geführte Unternehmen Frauen ohnehin fördern. Positionen sollten meiner Meinung nach hinsichtlich der Qualifikation besetzt werden und nicht geschlechterspezifisch. Je nach Branche gibt es aber andere Ausprägungen. Nehmen wir mal die Maschinenbaubranche, die sehr männlich geprägt ist. Oder eben das Eventgeschäft, das viele Frauen begeistert, auch ohne Quote. Ich bin für so wenig Regulierung wie möglich.

Frauenquote in Unternehmen – Gefahr der „Quotenfrauen“?

Carolin Nagel: Im Moment ist die Frauenquote Mittel zum Zweck. In einigen Jahren werden sich aber dadurch Frauen selbstverständlich in Führungspositionen etabliert haben. Für mich war das nie ein Thema, denn ich halte es wie die Unternehmerin Katharina Ahlmann, die sagte:„Mir braucht kein Mann einen Platz in der Bahn anzubieten, aber gerne einen Platz im Aufsichtsrat seiner Firma.“

Was bringt der Fokus auf weibliche Chefs dem Unternehmen und dem Kunden?

Carolin Nagel: Wir arbeiten sehr viel mit und für Unternehmen, die von Männern geführt werden. Eine weibliche Führungsperson auf der Gegenseite ist da bereichernd, weil wir gedankliche Vielfalt und andere Perspektiven und Ansätze in Projekte und Aufgabenstellungen bringen.

Gemischte oder besser reine Frauenteams? Wo sehen Sie Vor- und Nachteile?

Carolin Nagel: Eventuality ist seit 17 Jahren erfolgreich im Markt etabliert und besteht bis auf kurze Phasen aus einem reinen Frauenteam. Dahinter steckt keine Strategie, sondern das hat sich so mit unseren Kunden entwickelt. Diese schätzen die verlässliche, kreative und detailversessene Arbeitsweise, die unser Team mitbringt. Wer aber glaubt, dass wir nur aus der weiblichen Perspektive heraus agieren, liegt falsch. Das würde unsere Arbeit enorm einschränken. Wir achten sehr wohl darauf, dass wir in jedem Projekt zusammen mit ausgewählten Dienstleistern gemischte Teams am Tisch haben, die bereits in der Konzeptphase unterschiedliche Sichtweisen und Denkansätze einfließen lassen. Das ist wichtig, um auch die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppen umfassend zu bedienen.

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